Ein eigenes Auto als Student: Vier Tipps zum Geldsparen

Den meisten Studenten steht ein eingeschränktes Budget zur Verfügung. Ein eigenes Auto stellt neben den Unkosten für WG, Verpflegung und Versicherungen nicht selten ein schier unerreichbares Luxusgut da. Doch was tun, wenn du aufgrund von schlechten Verbindungen im öffentlichen Personennahverkehr darauf angewiesen bist? In diesem Ratgeber findest du vier wesentliche Tipps, wie Anschaffung und Unterhalt eines Fahrzeugs erschwinglich werden.

1. Anschaffung

Die Frage, ob es als Student ein Neu- oder Gebrauchtwagen wird, erübrigt sich meistens direkt. Denn ein Neuwagen ist, bis auf wenige Ausnahmen von günstigen Marken wie Dacia, einfach zu teuer. Außerdem lohnt sich die Anschaffung eines neuen Wagens wegen des massiven Wertverlustes im ersten Jahr kaum. Ein guter Gebrauchtwagen kann mit einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis überzeugen. Oft kommen am ehesten Kompakt- und Kleinwagen in Frage, wie das Onlinemagazin Zeitjung zum perfekten Studentenauto erläutert. Im Ratgeber erfährst du, wo du nach geeigneten Fahrzeugen suchen solltest und was vor Kaufabschluss wichtig ist. Vor Beginn deiner Recherchen solltest du dir ein klares finanzielles Limit setzen. Im Idealfall ist ein Kredit nicht nötig und du zahlst das Auto selbstständig oder bekommst Hilfe vom Elternhaus. Können deine Eltern die Summe aufbringen und erlauben es dir das Geld nach und nach abzubezahlen, wäre dies eine günstige Alternative zum klassischen Autokredit bei der Bank beziehungsweise einem Autohaus.

PS Profi Jean Pierre Kraemer erklärt im Video, was beim Gebrauchtwagen-Kauf entscheidend ist:

Neben dem Anschaffungspreis darfst du die Unterhaltskosten für einen Wagen nicht unterschätzen. Versicherung, Kraftstoff, Reparaturen, TÜV, Parkplatzgebühren und vieles mehr, gilt es einzukalkulieren. Ansonsten trittst du schnell in die Kostenfalle. Bei der Versicherung ist das Sparpotenzial am größten.

2. Versicherung

Grundsätzlich muss jedes Fahrzeug, das im Straßenverkehr genutzt wird, mit einer Haftpflichtversicherung versichert sein. Das ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Die Schadenfreiheitsklasse, kurz SF-Klasse, hat enormen Einfluss auf die Prämienhöhe deiner Kfz-Versicherung. Sie informiert darüber, wie viele Jahre ein Fahrer unfallfrei unterwegs war. Gilt für einen Versicherten zum Beispiel die SF-Klasse 10, hat er zehn Jahre keinen Unfallschaden eingereicht. Abhängig von der SF-Klasse werden Versicherte Beitragssätzen zugeordnet. Besonders günstig sind Fahrer ab SF-Klasse 31 versichert. Ihr Beitragssatz liegt bei 20 Prozent. Umso mehr Jahre ein Fahrer unfallfrei fährt, desto höher der Schadenfreiheitsrabatt. Hat ein Fahrer jedoch erst ein unfallfreies Versicherungsjahr vorzuweisen, geht das mit einem Beitragssatz von 100 Prozent und einem deutlich höheren Versicherungsbeitrag einher.

Fahranfänger müssen mit besonders hohen Beiträgen rechnen. Sie werden von Versicherungsgesellschaften in der Regel den Schadenfreiheitsklassen SF-Klasse 0 oder SF ½ zugeordnet. Hierbei kann der Beitragssatz sogar bis zu 240 Prozent betragen. Studenten müssen deshalb mit deutlich höheren Beiträgen rechnen, weil sie häufig Fahranfänger sind und demnach keine oder nur wenig unfallfreie Jahre beziehungsweise Beitragsjahre vorweisen können. Dennoch müssen Versicherungsbeiträge von über 1.000 Euro jährlich nicht akzeptiert werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Beiträge zu reduzieren. Eine Lösung besteht darin, das Fahrzeug als Zweitwagen bei den Eltern zu versichern. Hier kannst du viel Geld sparen und deine monatlichen Fixkosten drastisch reduzieren. Generell solltest du in Hinblick auf ein eigenes Auto als Student bedenken: Es gelten nahezu die gleichen Spartipps wie für Fahranfänger. Das Versicherungsvergleichsportal FinanceScout24 hat bereits elf Spartipps rund um die Kfz-Versicherung für Fahranfänger arrangiert, die dir konkrete Lösungswege aufzeigen, um die Beiträge auf ein niedriges Niveau zu bringen.

Ganz wichtig, ist ein objektiver Vergleich von mehreren Policen. Nur weil ein Angebot durch einen speziellen Studententarif auf den ersten Blick besonderes billig wirkt, heißt das nicht, dass ein alternatives Angebot von einem anderen Versicherer ohne Studententarif nicht preiswerter sein kann. Vergleiche kritisch und lasse dich nicht von scheinbaren Schnäppchen in die Irre führen! Ein weiterer Posten mit Sparpotenzial ist der Sprit.

3. Sprit sparen

Für einen geringen Kraftstoffverbrauch, solltest du dich für ein sparsames Auto entscheiden. Ein Benziner mit reichlich Pferdestärken schluckt schnell über zehn Liter auf 100 Kilometer, was sich nicht gerade vorteilhaft auf dein Budget auswirkt. Greife besser zu einem sparsameren Fahrzeug, um mehr Geld für wichtigere Dinge übrig zu haben. Auch dein Fahrstil hat Einfluss auf den Verbrauch. Gängige Spritspartipps empfehlen vorausschauendes Fahren und Richtgeschwindigkeiten. Die Kfz-Auskunft hat 16 Tipps zum Kraftstoffsparen zusammengefasst. Orientiere dich daran und du kannst die monatlichen Ausgaben für deine Fahrten merkbar eindämmen! Achte stets darauf, dass das Fahrzeug in einem guten Zustand gefahren wird, da beispielsweise auch altes Öl oder abgefahrene Reifen zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch führen.

4. Alternativen prüfen

Trotz aller Sparmaßnahmen reicht dein Geld nicht für ein eigenes Fahrzeug? Kein Grund zur Sorge, denn inzwischen gibt es attraktive Alternativen. Prüfe zunächst, ob du vielleicht doch öffentliche Verkehrsmittel nutzen könntest. Einige Universitäten bieten preiswerte Semestertickets für die Bahn, womit du noch billiger von A nach B kommst.  Falls auch Bus und Bahn keine Option sind, solltest du dich nach regionalen Fahrgemeinschaften erkundigen. Viele Pendler stellen die freien Sitzplätze in ihren Autos zur Verfügung, sodass du passende Mitfahrgelegenheiten finden kannst.

Carsharing

Eine weitere Alternative, die zunehmend an Popularität gewinnt, ist Carsharing. Hierbei musst du nicht auf den komfortablen Luxus eines Autos verzichten, umgehst aber viele Nachteile, die damit verbunden wären. Anders als beim herkömmlichen Mieten von Autos, kannst du bei Carsharing-Anbietern Fahrzeuge sehr kurzfristig und auch nur für kurze Zeit leihen. Halten sich deine gefahrenen Kilometer pro Jahr sowie die Nutzungsdauer in Grenzen, ist Carsharing günstiger als das eigene Auto. Im Gegensatz dazu brauchst du dich beispielsweise nicht um Versicherungen, Steuern, Autopflege, Reparaturen oder Wartung kümmern. Für alle diese Dinge ist die Carsharing-Organisation verantwortlich. Auch die lästige Suche nach einem Abstellplatz entfällt. Großzügig ist das Carsharing-Angebot derzeit in Großstädten. Obwohl es dort zwar ohnehin den öffentlichen Personennahverkehr gibt, kann Carsharing praktischer sein. Beispielsweise beim Transportieren von Einkäufen oder ähnlichem. Ob sich Carsharing rentiert, hängt davon ob, wie oft du ein Fahrzeug brauchst. Kommst du mit Fahrrad, Bus oder Bahn gut zurecht und benötigst nur selten ein Auto, ist Carsharing die optimale Alternative zum privaten Pkw. Ist dieser jedoch täglich gefragt, kann die Ersparnis hinfällig sein. Detailliertes Kalkulieren ist elementar, um die tatsächlich günstigere Lösung zu ermitteln.

Fazit

Ohne gründliche Recherche und Abwägen aller Optionen solltest du kein eigenes Auto kaufen. Kalkuliere sorgfältig, da nur eine Gegenüberstellung der jeweiligen Ausgaben absolute Klarheit bringt. Stellt sich beim Vergleichen heraus, dass der Pkw die sinnvollste Option ist, musst du berechnen, wie viel du für Anschaffung und Unterhalt übrighast. Beherzigst du sämtliche Spartipps, ist das eigene Auto auch für dich erschwinglich.

Noch mehr Ratschläge und Informationen findest du in unserer Rubrik Finanzen für Studenten.